So gelingt die digitale Transformation

Erfolgsfaktoren

Welche Faktoren sind für die erfolgreiche Umsetzung meines Digitalisierungs-Projekts relevant? Vier Berliner KMU erzählen ihren Weg — unterlegt mit Forschungsergebnissen der HTW Berlin.

So haben andere angefangen

Die erfolgreiche Umsetzung von Digitalisierungsprojekten hängt von mehreren entscheidenden Faktoren ab. Ein klares Ziel, eine durchdachte Strategie und die richtige Technologie sind wichtig — doch der Schlüssel liegt oft in der Akzeptanz und Einbindung der Mitarbeitenden.

Ohne eine offene Unternehmenskultur, die Veränderungen zulässt, und eine klare Kommunikation, die den Nutzen für alle verständlich macht, scheitern viele digitale Initiativen. Schulungen und Support sind essenziell, damit neue Systeme nicht nur eingeführt, sondern auch effektiv genutzt werden.

Vier Felder, in denen Digitalisierung gelingt

Die DIGITAL+-Studie der HTW Berlin identifiziert vier Management-Felder, in denen digitale Projekte in KMU typisch hängen bleiben — oder eben weiterkommen. Jedes Feld trägt eine Stimme aus der Praxis.

Prozesse

Worum geht es?

Prozesse bestimmen, wie in einem Unternehmen gearbeitet wird — vom Kundenangebot bis zur Rechnungsstellung. Eine sorgfältige Aufnahme und Vereinfachung der bestehenden Abläufe ist die Grundlage, bevor digitale Werkzeuge ins Spiel kommen.

Warum ist es wichtig?

Eine Prozessanalyse macht Abläufe verständlich, deckt Doppelarbeit auf und maximiert den Nutzen digitaler Technologien. Erst wenn die Prozesse stehen, arbeitet die Software für das Team — und nicht umgekehrt.

Kultur & Kommunikation

Worum geht es?

Unternehmenskultur umfasst die Werte, Überzeugungen und Praktiken, die das Verhalten der Mitarbeitenden prägen. Kommunikation ist der Muskel, der daraus Bewegung macht. Beides zusammen entscheidet, ob digitale Projekte auf Zustimmung oder auf Widerstand treffen.

Warum ist es wichtig?

Eine Kultur, die Innovation, Flexibilität und kontinuierliches Lernen fördert, sieht Veränderungen als Chance statt als Bedrohung. Ohne diese Grundlage scheitern auch die besten Werkzeuge.

Personal

Worum geht es?

Digitalisierung verändert Arbeitsprozesse, Rollen und oft das Geschäftsmodell selbst. Das Personal bewusst vorzubereiten und einzubinden ist damit kein Begleit-Aspekt, sondern Kern jeder Umsetzung.

Warum ist es wichtig?

Eine gezielte Personalstrategie — mit Schulungen, Change Management und Mitarbeiterbeteiligung — sichert, dass neue Systeme nicht nur eingeführt, sondern auch getragen werden. Das stärkt nebenbei die Wettbewerbsfähigkeit.

IT

Worum geht es?

Die Informations-Technologie bildet das Rückgrat aller Digitalisierungsprojekte: Software, Hardware, Netzwerke und Datenbanken. Was unsichtbar im Hintergrund läuft, trägt alles, was sichtbar oben drauf kommt.

Warum ist es wichtig?

Eine stabile IT-Grundlage ermöglicht effizientes Arbeiten, spart Kosten und macht das Unternehmen anpassungsfähig. Ohne sie wird jede darauf aufbauende Software zur Dauerbaustelle.

Was Berliner KMU selbst sagen

100 Berliner KMU haben in der DIGITAL+-Studie (HTW Berlin, 2022) genannt, was ihnen bei Digitalisierung hilft — und was im Weg steht. Die Rangfolge ist eindeutig.

Erfolgsfaktoren in der Digitalisierung

Die Auswertung von über 100 Fallstudien zeigt: Eine stabil laufende Software mit passendem Funktionsumfang bildet die Grundlage. Ebenso entscheidend sind eine offene Unternehmenskultur, eine klare Kommunikation sowie Bildung und Weiterbildung. Gute externe Partner bringen zusätzliche Perspektive.

  • Software stabil & einsatzfähig
  • Kultur, Offenheit, Akzeptanz
  • Bildung & Weiterbildung
  • Inspiration von außen
  • Flexible & flache Hierarchien
  • Transparente Berichterstattung
  • Projekterfahrung & klare Ziele
  • Vorgelagerte Analysen
  • Einbindung der Mitarbeitenden in Prozesse
  • Regelmäßige Digitalstrategie

Hemmnisse der digitalen Transformation

Die größten Herausforderungen liegen weniger in der Technik als im Menschen selbst. Allgemeine Ablehnung gegenüber Veränderungen ist das stärkste Hemmnis. Mangelndes Wissen schafft Unsicherheit — und chronischer Zeitmangel bremst Initiativen im Tagesgeschäft.

  • Allgemeine Ablehnung von Veränderung
  • Unregelmäßige Kommunikation
  • Nicht ausreichend Zeit
  • Mangelndes Wissen
  • Leistungsfähigkeit der technischen Infrastruktur
  • Unprofessionelles Projektmanagement
  • Fehlende Zusammenarbeit
  • Fehlender Projektplan
  • Unklarer Nutzen für Beteiligte
  • Finanzielle Mittel

Forschungshintergrund, keine repräsentative Berlin-Statistik — die Autor:innen weisen selbst darauf hin (Wittenberg et al. 2022, S. 61).

Fazit aus den Fallstudien

Handeln statt Warten!

Auch wenn Digitalisierung auf Herausforderungen trifft, lassen sich viele Hindernisse erfolgreich überwinden. Eine offene Kommunikation hilft, allgemeine Ablehnung abzubauen und Mitarbeitende frühzeitig einzubinden.

Durch gezielte Weiterbildung kann mangelndes Wissen in kürzester Zeit aufgeholt werden und schafft neue Handlungsspielräume. Auch Zeitmangel lässt sich durch kluge Priorisierung und schrittweise Umsetzung deutlich entschärfen.

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